„Ich will, ich kann, ich werde!“ - Ein Einblick in das dreiwöchige Praktikum der 9. Klasse

von Franziska Hülß (Kommentare: 0)

"Ich empfehle dieses Praktikum weiter, denn dadurch kann man seine Interessen verstärken und prüfen.“ Ömer* hat nach drei Wochen Praktikum sein Fazit gezogen. Es hat ihm gut gefallen bei der Deutschen Bank. Er konnte vieles ausprobieren und hat einen guten Einblick in den Ausbildungsberuf des Bankkaufmanns bekommen. Und auch die Mitarbeitenden der Filiale waren sehr zufrieden mit ihm, so steht es in seinem Zeugnis.
Wenn wir zurückschauen, ist es ein langer pädagogischer Prozess, der dem Praktikum vorangeht. Im Fach „Zukunft“ wird die individuelle Berufsfindung gefördert: durch die Vermittlung von Arbeitsweltbedingungen sowie durch Betriebsbesichtigungen und Praktika ab Klasse 7. So lernen die Schüler*innen langfristig, wo ihre Schwächen und Stärken liegen. Das dreiwöchige Praktikum in der 9. Klasse ist das längste, was die Jugendlichen an der Quinoa-Schule absolvieren. Es stellt die Generalprobe für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz dar. Frei nach dem Motto „Ich will, ich kann, ich werde!“ gehen die Schüler*innen in der 8. Klasse selbstständig auf Praktikumsplatzsuche, erstellen ihre Bewerbungsunterlagen zusammen mit den „Zukunfts“-Lehrer*innen und üben Erstkontakte am Telefon. Voraussetzung bei der Suche ist, dass es sich um einen Ausbildungsberuf in einem gesellschaftlich relevanten Bereich handelt. Nicht alle Schüler*innen haben ihren Wunschplatz bekommen, einige haben bis zum letzten Moment gesucht. „Eine wichtige Erkenntnis für die Jugendlichen in dem Prozess ist: ‚Von nichts kommt nichts. Und: Such dir was, das dich interessiert!‘“, sagt die Leiterin des Fachbereichs Zukunft Kristina Bauerreiß.


Die Neuntklässler*innen absolvierten ihre Praktika in den unterschiedlichsten Bereichen. Darunter befanden sich eine Rechtsanwaltskanzlei, der Flughafen Schönefeld, Apotheken, verschiedene Ärzte, das Maritim und The Ritz Carlton Hotel, Jugendclubs, ein Autoservice und die Deutsche Bank. Hier absolviert Ömer sein Praktikum. Es war sein Wunschplatz und um ihn zu bekommen, hat er alles gegeben. Am Ende wurde er belohnt und aus sieben Bewerber*innen ausgewählt. Ein Blick in seinen Praktikumsbericht vermittelt einen positiven Eindruck:


1. Tag: „Ich habe heute an meinem ersten Tag alle Mitarbeiter kennengelernt und mich vorgestellt. Ich habe im Service-Bereich Fragen beantwortet und den Kunden geholfen die Automaten zu bedienen. Der Nachteil für mich war, dass ich die ganze Zeit stehen musste. Aber insgesamt sieht es gut aus und  ich hoffe, dass es über die ganze Praktikumslaufzeit so gut läuft.“
6. Tag: „Heute ist mein Tutor mich besuchen gekommen. Ich habe mit ihm geredet und habe ihm berichtet wie es läuft und ob es mir Spaß macht. Terminkunden habe ich wieder selbstständig zum Besprechungsraum begleitet und dem Berater Bescheid gegeben. Es waren Kunden, die Türkisch gesprochen hatten. Sie meinten, ich solle bleiben, weil sie mich mochten.“
9. Tag: „Heute war ein anstrengender Tag. Es waren viele Kunden, die gewartet hatten. Ich hatte die ganze Zeit viel zu tun. Ich habe die Kunden  für die Termine zur Lobby oder zu den jeweiligen Besprechungsräumen begleitet. Es haben auch viele Mitarbeiter gefehlt durch den Brückentag.“


Am letzten Tag schreibt Ömer: „Heute war mein letzter Tag. Es war schön, am Ende des Tages haben sie mir ein Geschenk gegeben und mich gelobt.“ Nach dem Praktikum hatten die Schüler*innen die Aufgabe, für den Zukunftsunterricht einen Bericht zu verfassen und sich außerdem um ein Praktikumszeugnis zu kümmern. Das von Ömer fällt gut aus. Und auch die meisten anderen Praktika finden einen positiven Ausgang.
Für Kristina Bauerreiß hieß es, im Vorhinein viel Motivationsarbeit zu leisten, wenn die Jugendlichen Absagen erhielten, und auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen. „Sie müssen herausfinden, was sie wirklich wollen.“ Das ist wohl eine der wichtigsten Dinge, die die Jugendlichen für ihren Einstieg in die Berufswelt mitnehmen:  Der erste Schritt ist, zu wissen, was ich will. Dann kann Quinoa auf dem Weg, den Übergang in den Beruf zu meistern, unterstützen. Ömer ist in den drei Wochen seinem Traumberuf Bankkaufmann jedenfalls ein gutes Stück näher gekommen.

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